AGATA SZYMANSKA-MEDINA – THE »GOOD« CHANGE

FRAUEN MUSEUM WIESBADEN

Das Ende der polnischen Demokratie kommt in Polen nicht über Nacht und war auch nicht das Ergebnis eines brutalen Putsches. Unter dem Vorwand der Erneuerung und mit Rückgriff auf die Mittel der Demokratie hat die Regierungspartei PiS in den vergangenen Jahren die polnische Demokratie Stück für Stück dekonstruiert – bis am Ende nur noch ihre Hülle übrig zu bleiben droht.

Im Zuge der Justizreform wurde seit 2017 die Unabhängigkeit des Verfassungsgerichts untergraben und nach und nach wurden auch alle weiteren Gerichte unter Kontrolle gebracht. Die 2018 geschaffene Disziplinarkammer ermöglicht der Regierung, kritische Richter und Richterinnen zu maßregeln oder sogar zu entlassen. Repressionen wie die Aufhebung der Immunität, Suspendierung vom Dienst und Herabstufung zählen zu den Druckmitteln, um sie dem politischen Willen der PiS unterzuordnen.

Agata Szymanska-Medina spürt in ihrem Projekt der Zerlegung der Rechtsstaatlichkeit nach, dem Herzen der Demokratie, und nimmt diejenigen in den Blick, die sie verteidigen: von der PiS verfolgte Richterinnen und Richter. Sie stellen die letzte Bastion im Kampf um eine unabhängige Justiz, der am Ende auch ihr ganz eigener wird.

Agata Szymanska-Medina. Geboren 1981. Szymanska-Medina ist eine polnische Foto- und Videojournalistin, die in Berlin lebt. Sie studierte Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der Hochschule Hannover. Ihre Arbeiten wurden national und international veröffentlicht, etwa in: Der Spiegel, Stern, Die Zeit, The Guardian, Politiken, Greenpeace Magazine, SZ-Magazin und Dummy Magazin. Ihre Projekte wurden durch zahlreiche Preise und Stipendien unterstützt: The Magnum Foundation, The Pulitzer Center, Journalismfund.eu, Robert Bosch Stiftung sowie VG Bild-Kunst.

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